Über das Buch
Die Reise – und ein Experiment
Das Experiment
Dieses Buch ist ein Web-Buch. Es entsteht nach und nach als Webseite im ständigen Aufbau, ähnlich dem Projekt Gutenberg, nur viel schöner.
Ich versammele an dieser Stelle kluge Leute, Sprachkenner und Expertinnen, die einen als Literaturangabe, die anderen als Interviewpartner.
Allen gemeinsam ist der Wunsch, einer unserer wichtigsten, schönsten und kostbarsten Kulturtechniken den Respekt zu zollen, den sie verdient. Geschieht das nicht, werden die Folgen fürchterlich sein. Die Anzeichen sind längst da, und die Einschläge kommen näher.
Wir zeigen Hintergründe und gehen in die Tiefe, um aufzuklären.
Es gibt da eine Sache bei alledem, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen: Alte Sünden werfen lange Schatten.
Wer mitmachen will, soll selbstverständlich erfahren, wohin es geht. Aber Vorsicht: Es gibt keine festgelegte Route. Die Reise durch eine unserer wichtigsten und kostbarsten Kulturtechniken kann per se nicht linear verlaufen. Das Leben tut es ja auch nicht. Möglicherweise führt uns die eine Etappe zu einer anderen als derjenigen, die wir noch kurz zuvor im Sinn hatten oder die uns theoretisch als logisch erscheint. Und da es nicht linear verläuft, kann es auch zu Doppelungen von Textpassagen kommen, wenn es passt. Es ist halt so eine Sache mit den Wörtern und den Assoziationen und den Konnotationen. Mitunter führen sie uns an weit entfernte, nie gesehene Orte, die ganz plötzlich in Gestalt eines Geistesblitzes unseren Horizont erweitern.
Menschen, die innig mit Sprache und Schreiben und allem was dazu gehört, zu tun haben, ist komplexes Denken vertraut.
Ihr erkennt auf den ersten Blick, dass der Verzicht auf Linearität in einem Buch nichts mit Unübersichtlichkeit und auch nichts mit Chaos zu tun hat.
Manchmal schreiten wir die Rahmen des Denkbaren und der Kontexte so weit aus, dass es den Anschein haben kann, all dies hätte mit Sprache nichts oder nur wenig zu tun. Geduld. Es wird sich alles in seinem guten Sinn zu erkennen geben. Sprache ist schließlich überall, durchwirkt alles, denkt alles.
Warum das Buch Wortwandel heißt
Das Buch heißt wie die kleine Firma, in deren Obhut es entsteht. Ich habe hin und her überlegt, ob mir noch etwas anderes einfiele, habe nachgedacht, gelesen, diskutiert und geflucht. Aber immer, wenn ich dachte, die Lösung sei gefunden, schob sich der Wortwandel frech davor. Es gibt auch allerhand gute Gründe dafür.
Einstmals, vor vielen Jahren, als er mir nach langem Suchen und Denken in Gestalt eines Geistesblitzes vor die Füße fiel, meinte er etwas ganz Bestimmtes. Es hatte etwas damit zu tun, dass ich im Wesentlichen vor allem publizistisch im Wissenschaftsbetrieb unterwegs war, zuerst als Angestellte im wissenschaftlichen öffentlichen Dienst des Landes Berlin, dann mit eigener Firma: Wortwandel.
Wortwandel meinte vor allem, wissenschaftliches Kauderwelsch (das immer davon zeugt, dass die Sache nicht wirklich durchdacht ist) in gute Sprache zu verwandeln und schlecht organisierten Wissensbeständen eine gute Ordnung zu geben.
Nun zu „Wortwandel – Das Buch“ (wie das klingt!)
Hier meint es die Abenteuer einer unserer kostbarsten Kulturtechniken, der Sprache. Es meint den Wandel der Worte und der Sprache, den Wandel im Sinne von Reise auch und wie die Wörter den vielfältigen Herausforderungen begegnen. Es meint den Wandel der Wörter in den Köpfen (ganz konkret, nicht ideologisch) und den Wandel der Sprachen von einer Kultur in eine andere.
Worte wandeln umher, verwandeln ein Genre in ein anderes, wandeln sich mit der Zeit, verwandeln obskures Kauderwelsch in echte Aufklärung, wandeln ihre Bedeutung, ihre Konnotationen und Assoziationen, verwandeln ein verhangenes Gemüt in ein fröhliches
Es geht hier um die Verteidigung einer Kulturtechnik, ohne die wir nicht leben können. Es ist das Plädoyer, diesem mächtigen Kunstwerk Respekt zu zollen und intelligent zu bleiben. Für die Herausforderungen der nahen Zukunft brauchen wir unseren ganzen Grips.